Schmuckstücke für Haus und Garten
Als meine Frau mir von ihrer Idee eines Pflanzenschildes aus Glas erzählte, dachte ich: "Das ist ja eine richtig gute Idee, und darüber hinaus lässt sie sich sicher schnell und einfach umsetzen."
Aber ganz so einfach sollte es dann doch nicht ablaufen.
Glas ist einer der langlebigsten Werkstoffe, die es gibt, und so war es naheliegend, auch für die Halterung ein stabiles und korrosionsbeständiges Material zu verwenden, denn das erträumte Schild sollte ja nicht nach wenigen Jahren reif für den Müll sein. Rostfreier Edelstahl war die ideale Lösung, und die eleganteste Verbindung zwischen Glas und rostfreiem Stahl ist natürlich eine Klebung. Und es sollte ja kein Problem sein, einen geeigneten Kleber zu finden.
Oder?
Fast auf jeder Klebstoffverpackung steht als Merkmal "wasserbeständig". Als Maschinenbau‒Ingenieur bin ich jedoch berufsbedingt misstrauisch und habe deshalb ausführliche Versuchsreihen durchgeführt. Eine Vielzahl von Klebeproben wurde jeweils für mehrere Monate unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt: in einer kleinen Beregnungsanlage, in einem Warmwasserbecken, im Tiefkühlfach und in der Spülmaschine.
Die Ergebnisse waren ernüchternd. Ein Kleber nach dem anderen musste aussortiert werden. Zwar lösten sich die Klebenähte nach einer gewissen Belastungsdauer nicht gleich vollständig auf, aber sie verloren derartig an Festigkeit, dass es für die schmale und damit hochbeanspruchte Klebenaht einfach nicht ausreichend war.
Im Verlauf von zwei Jahren wurden über 500 solcher Proben angefertigt und geprüft. Das Testergebnis lautete in allen Fällen "mangelhaft". Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Verbindung zwischen Glas und Haltestab mit Silikon auszuführen. Einzelheiten dazu finden Sie hier
Es war übrigens nicht leicht, einen Betrieb zu finden, der sich die Herstellung der Haltestäbe zugetraut hat. Ein Freund von mir konnte mir den Kontakt vermitteln zu einem mittelständischen Unternehmen in Berlin, das sich spezialisiert hat auf modernste Methoden der Metallbearbeitung. Aber es dauerte unerwartet lange, bis der Betrieb die Fertigung der Haltestäbe technisch im Griff hatte, und wir mussten den Großteil der Haltestäbe trotzdem noch einmal extern nachbearbeiten lassen.